Ernst Mosch Biographie

Am 7. November 1925 wurde Ernst Mosch als Sohn eines Bergmannes in Zwodau bei Falkenau a.d. Eger geboren. Einige Jahre später übersiedelte die Familie nach Falkenau, nachdem sein Vater im "Peterwerk" einen schweren Unfall hatte und für den Rest seines Lebens arbeitsunfähig wurde. Im Lobsweg Nr. 41 wohnten Sie bis zur Vertreibung 1946 und betrieben hier eine Milchhandlung. Mit 8 Jahren schickten Ihn seine Eltern zu Musiklehrer Dotzauer, der Ihn in seine Kinderblaskapelle aufnahm. Ernst Mosch wollte Musiker werden, aber seine Eltern wollten, dass er einen "bürgerlichen" Beruf erlernen sollte. So kam er nach Abschluss der Schule zum Schustermeister Renz in die Lehre. Seine Lehrzeit dauerte aber nur kurze Zeit, denn sein Wunsch, in eine Musikschule zu gehen, wurde von seinen Eltern erfüllt. Sie schickten Ihn auf die Musikschule in Ölsnitz (Vogtland), wo er Geige, Flügelhorn und Posaune studierte.
 
Mit 18 Jahren, 1943 wurde er zum Wehrdienst einberufen und kam zu den Panzer-Grenadieren nach Allenstein. "Ein guter Soldat war ich nie - es war die unglücklichste Zeit meines Lebens" sagte er später. Zufällig gastierte an seinem Standort das in Deutsch-Eylau stationierte Wehrmachtsorchester und Ernsts Kompaniechef erreichte, dass er vorspielen durfte. Acht Wochen später wurde er Mitglied dieses Orchesters. 1944 hatte Ernst seinen ersten Heimaturlaub und zu Hause erfuhr er, dass die Russen Deutsch-Eylau eingenommen hatten. Er fuhr zurück bis Dresden, wo man Ihn neu einkleidete und nach Breslau schickte, das er verteidigen sollte. Elf Tage später kam der Befehl zum "Absetzten". Im Verlauf dieser Absetzbewegung erhielt er einen Durchschuss des linken Unterarmes, so dass sein Daumen immer nach unten hing. Es gelang Ihm, nach Dresden zurückzukommen, er verließ auf dem Transport nach Süddeutschland in Chemnitz den Zug und kam mit viel Glück nach Falkenau ins Lazarett. So blieb Ihm eine Gefangenschaft erspart. In dieser Zeit kamen aus dem Ruhrgebiet Frauen und Kinder im Zuge der "Kinderlandverschickung" in die Gebiete, die bisher von Bombenangriffen verschont geblieben waren. Aus Herne kam seine spätere Frau Lydia, die er noch 1945 heiratete.

1946 spielte Ernst nicht nur Jazz, er gastierte vier Monate als Tenorhornist in der neu gegründeten "Kapelle Egerland", geleitet von Rudi Kugler, ebenfalls aus Falkenau. Er kommt 1946 als Posaunist zur "Hiller-Band" unter der Leitung von Peter Hiller, welche aus 6 Musikern besteht und hauptsächlich in amerikanischen Offiziers-Clubs auftritt.

Anfang Mai war der Krieg zu Ende und die Tschechen kamen zurück. Ernst Mosch sammelte ein paar Freunde um sich und spielte mit Ihnen bei Tanzveranstaltungen, an denen auch die amerikanischen Soldaten teilnahmen. Geld gab es keins, aber ein paar Zigaretten und manchmal auch etwas zu essen. Aber diese "Einsätze" wurden immer gefährlicher und so entschlossen sich die Musiker, Ihre Heimat zu verlassen. Eine Veranstaltung in Haberspirk nutzten Sie bei Nacht und Nebel zur Flucht. Ernst, seine Frau Lydia, seine Freunde Hojer Lenz, Fanc Mueller, insgesamt 15 Leute, flüchteten nach Bayern. Außer seiner Posaune hatte er nur die Kleider, die er am Leib trug, und seinen Rasierpinsel. Am gleichen Abend spielten Sie schon in Wunsiedel in einem amerikanischen Club Jazzmusik, und blieben dort drei Wochen.

Nach Streitigkeiten mit Band-Chef Hiller gründet Ernst Mosch mit Horst Reipsch und Fred Bertelmann die "REMO-Band". Zunächst spielt die Band für GI´s in Landsberg/Lech. Der Erfolg spricht sich allerdings schnell herum, so dass Engagements in Illesheim, Bamberg, Fürth und Strullendorf folgen. Im Jahre 1948 muss sich die REMO-Band trennen. Da man nicht mehr in den amerikanischen Kasernen übernachten konnte, entstand ein finanzieller Engpass, der die Trennung unvermeidbar machte.

Kurz darauf bekommt Ernst Mosch ein Angebot vom Hamburger Tanzorchester Charly Zech, welches im "Alcazar" in Hamburg spielt.

1950 wechselt Ernst Mosch zur "Alo-Band" welche von Alois Schnurrer, einem Engländer, geleitet wird. Hier fungiert Mosch als Posaunist und Sänger (3. Stimme). Die Band tritt in US-Clubs in ganz Deutschland auf.

Im September 1951 spielt Ernst Mosch beim Stuttgarter Orchesterchef Erwin Lehn vor und erhält einen festen Vertrag als Posaunist in dessen Südfunkorchester. Mit dem Orchester Erwin Lehn spielt Ernst Mosch pro Jahr 10 feste Veranstaltungen für den Süddeutschen Rundfunk, sowie zusätzliche Konzerte in ganz Europa (Monte Carlo, Brüssel, Venedig, Amsterdam, Paris). Als Soloposaunist genießt er, der auch als Sänger eingesetzt wird, grosses Ansehen. In diesem Orchester lernt Ernst Mosch viele seiner späteren Musiker bei den original Egerländer Musikanten kennen.

Das Orchester Erwin Lehn umrahmt 1955 den Bundespresseball in Bad Neuenahr musikalisch. Da bei solchen Bällen das Orchester von 20 Uhr bis ca. 5 Uhr morgens zu spielen hat, pausieren ab und an einige Musiker und es wird in kleineren Besetzungen weitergespielt. So kommt es dazu, dass die Bläser des Orchesters an diesem Abend Blasmusik-Titel unter der Leitung von Ernst Mosch zum besten geben. Dies kommt so gut an, dass in Ernst Mosch der Entschluss reift, ein Blasorchester zu gründen.

So kommt es, dass Anfang 1956 zwölf Musikanten, darunter Ernst Mosch am Tenorhorn, beim Südfunk Stuttgart in der Villa Berg Ihre ersten fünf Titel, darunter "Fuchsgraben" und "Rauschende Birken", aufnehmen, wofür jeder Musiker 10 Mark erhält. Im Mittagskonzert des Südfunks Stuttgart wurden die Titel gesendet. 32.000 Hörerzuschriften waren die Folge, eine Resonanz, die niemand erwartet hatte
 
Ernst Mosch erhält am 01. Dezember 1956 seinen ersten Plattenvertrag bei Telefunken Decca. Tagsüber spielte er bei Erwin Lehn Posaune, abends trat er mit 13 Freunden, den "Egerländern" , auf und blies das Tenorhorn. Eine anstrengende Doppelrolle, die er ungefähr 10 Jahre durchhielt. Dann nahmen die Engagements dermassen zu, dass er nur noch Blasmusik machen konnte. Zwar fiel Ihm der Abschied von Swing und Jazz nicht leicht, aber er hatte sich entschieden. Er erweiterte das Orchester auf 18 Musiker und er arbeitete an einer ausgefeilten Blasmusik. Er wollte Millionen Menschen, die solche Musik lieben, zeigen, wie virtuos und ausgefeilt Sie sein kann. Sein Ziel war es immer, einen Orchesterklang zu erreichen, bei dem man glaubt, es spielen Streicher. Seit 1958 nennt sich das Orchester "Original Egerländer Musikanten" aufgrund etlicher Nachahmer. Während Anfangs nicht gesungen wurde, sang Ernst Mosch später mit seinem Flügelhornisten Franz Bummerl.

Der Weg führte Ernst Mosch steil nach oben. Innerhalb kürzester Zeit eroberte er ein Zuschauer- und Zuhörerpotential wie kein zweiter. Eine Tournee führte Ihn auch nach USA, wo er 1966 in der weltberühmten Carnegie Halle auftreten durfte. Im Programm dieser Veranstaltung, vor mehr als 4.000 Besuchern, begann er das Konzert und schloss es mit dem "Egerländer Marsch". Ernst Mosch schwärmte Zeit seines Lebens von diesem großartigen Erlebnis. Die Leute waren begeistert und am Schluß gab es minutenlang "standing ovations". 1971 kam die Sängerin Barabara Rosen aus Metzingen hinzu die leider viel zu früh im Jahre 1985 verstarb.

1972 führte Ernst Mosch mit seinen "Original Egerländern Musikanten" ein Experiment durch. Gerald Weinkopf arangierte Operetten von Robert Stolz, Ralf Benatzky, Walter Kollo, Paul Lincke und Franz Lehar in einem modernen "Millersatz, d.h. mit Saxophonen und Klarinettenführung, die auf Tonträger aufgenommen wurden. Oftmals waren die Arrangements auch von einem 3-stimmigen Posaunensatz geprägt. Es gelang Ihm in einer Art und Weise, dass sich der weltberühmte Komponist Robert Stolz in einem persönlichen Schreiben an Ernst Mosch für die herausragende Leistung bedankte.

Am 28. April 1973 spielt Ernst Mosch im Circus Krone-Bau in München und es wird Ihm die erste Platinplatte verliehen für mehr als 10 Millonen verkaufter Schallplatten.

1974 ruft Ernst Mosch zusammen mit Frank Pleyer die Original Strassenmusikanten im Stil kleiner Blasmusikbesetzungen seiner alten Heimat ins Leben. Die Besetzung sah wie folgt aus: 2 Flügelhörner, Tenorhorn, Bariton, Saxophon, Gitarrre, Tuba und Akkordeon. Mit den Strassenmusikanten absolvoierte Ernst Mosch einige Fernsehauftritte, Live-auftritte vor Publikum gab es allerdings nicht.

1976 feierten die Original Egerländer Musikanten Ihr 20-jähriges Jubiläum mit einer grossen Torunee mit 40 Konzerten im Frühjahr und 50 Auftritte im Herbst. Die jahrelangen Strapazen, die körperlichen Belastungen, welche diese Auftritte zur Folge hatten - heute hier morgen da - das alles ging an Ernst Mosch nicht spurlos vorüber. 1977 legte er daher eine Pause ein, er wollte auch verhindern dass sich die Egerländer kaputt spielen und wollte einfach mehr Zeit für die Familie haben.

Inzwischen hatte Ernst Mosch ein Haus in Germaringen bei Kaufbeuren erbaut, wo er auch seinen Musikverlag unterbrachte. Auch für sich und seine Familie hatte er eine Wohnstätte errichtet, wo seine Frau Lydia und seine Töchter Karen, Ellen und Biggi wohnten, aber wo auch seine Brieftauben untergekommen waren. Dies war seine zweite Leidenschaft.

1981, anlässlich zum 25-jährigen Jubiläum gab es ein Combeback und das ZDF strahlte am 9. September eine eigene Sendung für Ihn aus: "Herz, Schmerz und dies und das". Wim Tölke lud Ihn in seine Sendung der grosse Preis ein, nachdem Ihn schon ein Jahr vorher Peter Alexander zur Sendung "Wir gratulieren" eingeladen hatte und wo Ernst Mosch mit Peter Alexander ein Duett sang. "Diese Sendung hat mir am meisten Spaß gemacht" sagte er anschießend. Ansonsten hatte er keine grossen Beziehungen zu den "Fernsehgewaltigen". Er hatte sich nie angebiedert und unter vier Augen sagte er einmal dass er sich aus den Titeln, die Ihm die Presse verlieh (König der Blasmusik, Hexenmeister der Blasmusik, Karajan der Volksmusik und viele andere) nicht viel macht. Er blieb bescheiden und wollte nur gute Musik machen, aber die ohne Fehl und Tadel. Er war auf diesem Gebiet ein Perfektionist und verlangte das Äusserste von seinen Musikern. Für die ZDF Sondersendung reiste Ernst Mosch am 22. Mai 1981 mit Elmar Wolf, einem Fotograf und einem Kamerateam des ZDF in die Tschehoslowakei. Dort besuchte er seine Heimatstadt Falkenau (heute Sokolov) wo er unter anderem sein Geburtshaus nach 36 Jahren wiedersah.. Tags darauf trifft er die berühmten böhmischen Komponisten Antonin Votava, Jaromir Vejvoda, Karel Valdauf und Karel Vacek im alterhwürdigen Prager Biergarten "U fleku". Die Schallplattte zum 25-jährigen Jubiläum "Seine grössten Erfolge" hält sich 3 Monate auf Platz 1 der Verkaufcharts, u.a. vor Phil Collins, Queen, Abba, Iron Maiden, AC/DC und Pink Floyd.

Am 02 Juni 1981 feiern Ernst Mosch und die Original Egerländer Musikanten Ihr 25-jähriges Bestehen im Rahmen einer Flossfahrt auf der Isar. Seit seiner Zeit als Musiker bei Erwin Lehn hatte Ernst Mosch keine Posaune mehr angefasst. Hier machte er zur Freude der Fans und seiner Musiker eine Ausnahme und jazzte "Oh when the saints go marsching in".

Ernst Mosch erhält von Lothar Späth für seine Verdienste um die Volksmusik das Verdienstkreuz am Bande verliehen.

Am 05. September 1981 erhält er die "Hermann-Löns-Medaile" in Gold, die als höchste Auszeichnung für die Verdienste um die Volksmusik gilt.

Nach dem Tode von Barbara Rosen im Jahre 1986 kam im selben Jahr die Sängerin Helga Reichel zu den Egerländern.

1986 formiert er in Gedenken an seine Zeit bei Ewin Lehn aus den Original Egerländer Musikanten ein Big-Band-Orchester und nimmt eine Platte mit dem Titel "Memory" auf.

1988 nimmt er mit den Bläsern der Prager Philharmonie und es Prager Staatstheaters, sowie seinen drei ersten Flügelhornisten Fran Bummerl, Freek Mestrini und Ferenc Aszodi ein Platte mit 16 Polkas und Walzern auf.

1989 spaltete sich eine Musikergruppe um den Posaunisten Elmar Wolf von den Origianl Egerländer Musikanten ab, und es entstand das Orchester "Elmar Wolf und die neuen Egerländer".

1990 nimmt er mit seinen Flügelhornisten und dem Rundfunkblasorchester Leipzig eine Schallplatte auf.

Zum 35-jährigen Jubiläum findet eine Tournee mit Konzerten in Deutschland, Österreich und Holland statt. Eine Sondersendung mit dem Titel "Mein grösstes Fest der Blasmusik" wird vom ZDF ausgestrahlt.

1995 werden Ernst Mosch und die Original Egerländer Musikanten aus Anlass Ihres 40-jährigen Jubiläums von Marianne und Michael zu deren Sendung "Lustige Musikanten" nach Frankenmarkt bei Detroit USA eingeladen. Nach der Rückkehr wird Enst Mosch krank, so dass die Herbsttournee auf Frühjahr verschoben werden muss. Diese findet nun vom 16. März bis zum 28. April 1996 statt und umfasst 30 Konzerte in Deutschland, Österreich und Südtirol.

Trotz schlechtem Gesundheitszustand entschliesst sich Ernst Mosch 1998 dazu, ein letzte Mal auf Tour zu gehen. Vom 6. März bis zum 27. April waren Ernst Mosch und seine Original Egeländer Musikanten auf Ihrer Abschiedstournee durch ganz Deutschland ein letztes Mal live zu sehen.

Ernst Mosch sagte einmal: "Musik ist mein Leben. Ich brauche es wie das tägliche Brot. Und deshalb setze ich mir auch keinen Schlusspunkt, das macht ein anderer… Am 15. Mai 1999 hat er dann ganz plötzlich für immer die Augen geschlossen und sich endgültig von seinen Freunden verabschiedet. Unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung wurde er am 21. Mai in Germaringen beigesetzt.

Zusammenstellung: Reiner Gabriel
nach besten Wissen und Gewissen
ohne Anspruch auf Vollständigkeit
und Richtigkeit
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